Mittwoch, 2. Januar 2013

Tropical Christmas

Wenn ich sage, dass die Tage in Singapur so vor sich hinplätschern, dann würde man mir aufgrund der Regenzeit und dem Uniaufwand wohl zu 100% zustimmen. Zu dieser Thematik wurde aber schon genug geschrieben, sodass ich direkt zu meinen Highlights im Dezember komme.

Ab dem 18. beehrten mich doch tatsächlich meine Eltern um bis Weihnachten zu bleiben.  Neben der Vorfreude den beiden die Stadt zu zeigen, kam in den letzten Tagen aber vor allem die Sorge, wie es Ihnen hier ergehen und gefallen würde. Kulturelle und sprachliche Barrieren, das schwüle Klima, das Essen, die Mentalität und so weiter und so fort.  Jetzt, nachdem sie weiter nach Bali geflogen sind, kann ich nur sagen: Hut ab! Ich war schwer beeindruckt wie gut sie hier zurecht gekommen sind und viel wichtiger, es hat ihnen dabei auch noch richtig gut gefallen. Neben Trips zu Singapurs höchster Bar, dem Tropenzoo, der Nachtsafari, Little India/Chinatown, Orchard Road etc., war vor allem Heiligabend etwas Besonderes. Nicht nur, dass wir in einem argentinischen Steakhouse mitten in der Marina Bay Sands Shopping Area saßen, nein, im Anschluss ging es dann nachts weiter auf eine SkyBar inmitten der angelegten Gardens by the Bay. Ein Weihnachten was man so schnell nicht vergisst und uns allen richtig gut gefallen hat.

Die vielen Aktivitäten ließen mich dann auch schnell meinen grandiosen Friseurbesuch bei einem betagteren Chinesen ein paar Tage zuvor verdrängen. Manchmal vergesse ich, dass unterschiedliche Sprachen doch eine sehr große Kommunikationsbarriere sein können. Meine Lektion an diesem Tage war, betone immer, dass du nur die Haare geschnitten haben willst und lenke nie einen chinesischen Friseur ab, indem du ihm eine englische Konversation abverlangst. Kurzum, nachdem mein asiatischer Haarspezialist ein panisches „Oh!“ von sich ließ und ich in den Spiegel schaute, war mein Friseurumhang schon voller Blut. Der Kerl hatte mir doch eiskalt ins Ohr geschnitten. Ab da an hab ich nur noch gelacht, ihn zu Ende schneiden lassen und bin samt Verband aus dem Laden gestapft. Nach 2 Tagen pochenden Schmerzen war alles aber wieder halb so wild, sodass meiner weiteren Reise Richtung Bangkok nichts im Wege stand :)

Da Bilder mehr als 1000 Worte sagen, beschränke ich mich diesmal darauf eher viele Fotos hochzuladen als hier einen neuen Roman zu schreiben. In dem Sinne: Frohe Weihnachten ;)





 


Gern gesehene Gäste auch außerhalb des Zoos hier in Singapur - zum Glück nur Vegetarier ;)


Orchard Street am Abend
ION

Sentosa Island mit Sicht auf Singapurs Hafen



Frohe Weihnachten ;)

Freitag, 14. Dezember 2012

Feierei mit kultureller Forschung

Lange ist es her, dass ich hier was aktualisiert hab – und an der Stelle sorry dafür.
Letztlich hat das aber einen guten Grund – der Stress durch die Uni.
Unfassbar, wie viele Nächte ich mir schon deswegen um die Ohren gehauen hab…glücklicherweise ist langsam ein Ende in Sicht und ich hab auch wieder Zeit einen Blog-Eintrag zu schreiben :)

Was ist alles in den letzten 4 Wochen passiert? Wenn ich so zurückblicke, tatsächlich keine Unmengen an aufzählbaren Aktivitäten. Dafür konnte ich aber in der Zeit viele kulturelle Einblicke sammeln, die langsam dazu führen, dass ich verstehe warum die Industrieländer in Europa immer noch so einen guten Ruf weltweit genießen. Schon schnell merkt man als Deutscher, dass alles hier deutlich langsamer passiert. Jedoch fasziniert mich vor allem die Eigenschaft mancher Einheimischer simple Probleme mit komplexen Gedankengängen lösen zu wollen. Anders kann ich es mir wirklich nicht erklären, wie man 5 (!) Minuten vor einer Glastür zur Vorlesung stehen kann ohne sie aufzukriegen. Eine Person stand davor und drückte lediglich dagegen. Das ist gerade dann blöd, wenn die Tür nur durch ziehen geöffnet werden kann.  Ich saß hinter der Tür (auf der dezent in riesen Buchstaben PULL stand) in der Vorlesung und hätte theoretisch helfen können…



Ganz ehrlich? Das Spektakel konnte ich mir nun wirklich nicht entgehen lassen und musste ich einfach in meine eigenen kulturellen Forschungen aufnehmen. Mein persönliches Highlight erfolgte aber erst nach 3 Minuten. Ein anderer Asiate geht an der drückenden Person vorbei und öffnet die Tür durch ziehen.


Es hat 2 MINUTEN GEDAUERT, in der die vor der Tür stehende Person das Drücken aufhörte und es mit ziehen versuchte. Während sich meine Hände schon zum Applaus formten, war es dann doch meine Fassungslosigkeit und auch ein wenig Mitleid das siegte. Unfassbar.
Aber und das muss ich auch sagen, es gbt hier auch ganz andere Konsorten, die uns in sehr vielen Dingen was vormachen und uns auch unsere eigenen Grenzen aufzeigen können.


Definitiver Höhepunkt war feiermäßig in den 4 Wochen ZoukOut. Zoukout ist die asiatische Version von Tomorrowland und versammelt zahlreiche internationale DJs am Strand von Sentosa Island auf mehreren Bühnen. Glücklicherweise hatten wir uns schon zu Beginn des Semesters um Karten gekümmert und konnten somit live bis zum Morgengrauen Paul van Dyk, Calvin Harris, Knife Party und Paul Kalkbrenner am Strand genießen.

Ein weiteres Highlight war die Helipad Party auf dem Swissotel in Singapur. Es ist schon interessant, wie man auf einem bloßen Helikopterlandeplatz durch 2 Bars, eine riesen Soundanlage und einem Lichtsystem simpel einen Außenclub kreieren kann. Klar, dass hier super Fotos entstanden sind - trotz allem befand sich hier eher die High Society und man kam sich selbst im Hemd ein wenig underdressed vor. Dementsprechend zog es uns dann schnell weiter ins Ku De Ta.

Das Ku De Ta der Club auf den Marina Bay Sands Hotels (57.Stock) und wohl einer der angesagtesten in Singapur. Nachdem wir uns dort reingemogelt hatten, staunten gerade unsere Franzosen gar nicht schlecht. Zum Einen, traf man dort auf Prinz Albert und Charlene von Monaco, die sich kurz im Club zeigten und dann im VIP Bereich verschwanden, zum Anderen auf Byron Kelleher einen ziemlich bekannten Rugby Spieler aus Neuseeland. Dieser wiederum schüttelte allen breit grinsend die Hand als er sah, dass ihn ein paar Leute erkannt hatten. Während die Franzosen vollkommen ausrasteten und reihenweise Fotos schossen, die jetzt neue Profilbilder auf Facebook sind(Rugby ist da ziemlich populär), hatte ich absolut keine Ahnung wer dieser heruntergewirtschaftete Kerl war, der mir gerade die Hand gab. Unangenehm ist dann wenn man die Französin neben sich mit einem Grinsen fragt, wer denn dieser dicklich wirkende (letztlich waren das wohl Muskeln und ich hatte einen im Tee) alte Kerl ist. MERKE: Beleidige nie nie nie französische Idole.

Kommt gar nicht gut an. Ich durfte mir danach bitterböse seine ganzen Erfolge anhören und wie sehr man ihn in Frankreich verehrt. Ich führs nicht weiter aus, denn es war wirklich genauso uninteressant wie sich das anhört und ich schlich mich danach von der Gruppe weg :D

Was kann man ansonsten über die letzte Zeit sagen? Jeden Tag merke ich hier aufs Neue, dass wir uns gerade in der Regenzeit befinden. Ich habe es noch nie erlebt, dass es a) 4-5 die Woche gewittert und b), dass innerhalb von 2 Minuten ein Regen entsteht, der alle Straßen unter Wasser setzt und einen in wenigen Sekunden triefend nass macht. Dagegen ist deutsches Unwetter echt absoluter Kindergarten. Habe das ganze mal versucht mit ein paar Bildern festzuhalten, die beste Version der traurigen Versuche seht ihr unten bei den Bildern. Bis bald ;)

Japaner im Foodcourt - Beste Leute :)

Regenzeit in Singapur

Marina Bay Sands


Helipad Party @ Swissotel


Das Ku De Ta feiert I
Das Ku De Ta feiert II
In den Vorlesungen hat alles immer seine Ordnung und eine Einzeltischplanung

Die Indo-German Connection
Hmm welchen nehme ich denn heute?
Hellooo Avalon :)
Paul Kalkbrenner @ ZoukOut
ZoukOut I
ZoukOut II

Back to Indonesia!

Selamat siang! – Das heißt soviel wie “Guten Tag” auf indonesisch und ist gleichzeitig mein kompletter indonesischer Wortschatz mit dem wir uns am Mittwoch nach Bali aufmachten.
Wir, das waren in dem Falle: Alina, Kim, Sven, Vishal und ich, kamen wohl alle mit dem etwa selben Bild nach Bali: Traumhafte Strände,  überfreundliche Einheimische, purer Sonnenschein, verlassene Sonnenuntergänge am Strand und all das zu günstigen Preisen.
Nur 6 Tage später, musste ich über unsere Naivität schon ein wenig schmunzeln, denn in einigen Dingen wurden wir seeeehr schnell eines Besseren belehrt. Aber ich greife vorweg, fangen wir von vorne an.

Nach einer kräftezehrenden Anreise mit diversen Verhandlungen mit Taxifahrern kamen wir mittwochnachts endlich in unserem Hotel an. Trotz des günstigen Preises von 6€ pro Nacht, trafen wir bei der Wahl des guten Buddha Village voll ins Schwarze. Saubere Appartements in ruhiger Lage mit schöner Außenanlage. Von hier aus ging es dann direkt auf die Partymeile von Kuta (Region in der wir uns befanden) mit dem ersten Abstecher ins indonesische Nachtleben. Sagte ich indonesisch? Ich meine natürlich australische Nachtleben, denn die einzigen Indonesier, die man weit und breit gesehen hat, standen hinterm Tresen. Mit Indonesien hatte das hier alles wenig zu tun. Mich erinnerte es mehr an Ballermann auf australisch.

Die zweite Erfahrung die ich an diesem Abend machte: Es scheint definitiv zu spät zu sein, um 12 loszugehen. Zu diesem Zeitpunkt ist für die meisten Partytouristen der lustige Teil des Abends schon vorbei und letztlich vegetiert der Großteil nur noch auf den Bürgersteigen der Straße. Dazu kommen dann unzählige Straßenverkäufer, die deutlich aufdringlicher als meine Freunde von den indischen Straßen waren und die Bali-Mischung dann komplett machen. Man kann sich vorstellen, dass wir am ersten Abend nicht sonderlich alt geworden sind.

Am nächsten Tag ging es dann erstmal zum Strand. Joaaa…Schon schön, aber halt ein normaler Touristenstand. Kuta ist eben mehr die Region zum Feiern und weniger um die Natur kennenzulernen. Somit zog es uns dann schnell wieder Richtung Hotel und in die ersten Shops zum Einkaufen. Große Augen machte man dann als man sich die Preise anschaute. Teurer als in Singapur – Danke dafür :D

Lustig ist das allerdings wenn man einen Inder dabei hat. Die ständige Competition zwischen Indien und Indonesien ging jedes Mal ganz klar an Indien und war für mich ziemlich unterhaltsam. Vishal, ein ziemlich breiter und großer Inder wollte sich die ganze Zeit ein T-Shirt kaufen. Schon am ersten Tag entstand daraus eine für die nächsten Tage übliche Situation:

Übersetzt:
„Wieviel kostet das Shirt?“
„150000 Rupien.“
Vishal baut sich vor dem kleinen Indonesier auf. - „Ich weiß ganz genau wie der Müll hier hergestellt wird, ich gebe dir 15000.“
„15000 ist viel zu wenig – sagen wir 100000.“
„15000.“ 
„90000.“
„15000.“
Dasselbe Spiel ging dann 5 Minuten weiter…

Als der Verkäufer dann nach 5 Minuten seinen letzten Preis vorschlug (30000), verließ Vishal entnervt den Laden. Daraufhin lief der kleine Indonesier die ganze Straße hinter ihm her „Komm schon. 15000 ist ok.“ – Vishal: „Nein, jetzt kannst du dein tolles Tshirt behalten.“ – Da versteht ein Inder keinen Spaß.

Am nächsten Tag entschieden wir uns dafür zu einem anderen Strand zu fahren – Nusa Dua. Auch hier sah man wieder den enormen Einfluss des Tourismus. Zig Hotels, Restaurants und Wassersport-Angebote – wenig natürliche Atmosphäre. Aber irgendwann hatte es dann ein Verkäufer geschafft uns zum Jetski-Fahren zu überreden und wir tappten in die übliche Touristenfalle ;)  So ein Gerät entspricht lediglich den indonesischen Sicherheitsvorkehrungen. Somit hatte man relativ schnell die Shorts voll wenn man regelmäßig aufgrund der hohen Wellen die Bodenhaftung verlor. Ein Höllentrip. Aber hat unglaublich viel Spaß gemacht :D

Am nächsten Tag lernten wir dann endlich auch das Innere von Bali kennen. Wir hatten uns zu einer Rafting-Tour angemeldet und das war wohl die Erfahrung die mir in Bali am meisten den Atem geraubt hat und nach der ich verstand, warum  so viele Menschen von Bali schwärmen. Der Fluss führte uns von einem Gebirge runter durch den indonesischen Dschungel. Selten habe ich so eine eindrucksvolle Natur erlebt und mich so geärgert, dass wir keine Unterwasserkamera dabei  hatten. Neben der überragenden Natur, kann ich aber auch so jedem empfehlen, einmal raften zu gehen. Ist schon ein eigenartiges Gefühl mit einem bloßen Gummiboot einen Wasserfall runterzufallen. Als wir dann am Zielpunkt ankamen, musste ich mich erstmal 30 Minuten aufgrund des Vorabendprogramms hinsetzen. Kleiner Tipp: Auch von der Ernährung her sollte man sich gut auf Rafting vorbereiten :D

Am letzten Tag führten wir das Erkundungsprogramm fort, mieteten Roller und fuhren weitere Plätze der Insel ab. Gerade Uluwatu Beach ist wärmstens zu empfehlen und zeigte wiederrum die schöne Seite von Bali. Weitere Haltestationen waren diverse Malls zum Shoppen (in Nicht-Touristengebieten waren die Preise deutlich humaner) und Kuta Beach. Dort habe ich mich dann auch das erste Mal auf ein Surfbrett gestellt. Wer hätte gedacht, dass das so einen Spaß gemacht? Und ich war sogar gar nicht so scheiße wie gedacht :D – Werde ich auf jeden Fall nochmal ausprobieren.

Damit ging dann auch Bali zu Ende und jetzt sitze ich auch schon wieder inmitten eines Tutoriums und höre mir einen Vortrag meiner chinesischen Mitschüler an. Ohje ohje das Präsentieren haben sie wirklich nicht erfunden. Man sieht förmlich wie unangenehm es ihnen ist da vorne zu stehen und frei reden, heißt hier sowieso, dass man sich hinter einem Din A4-Blatt versteckt und zu 100% abliest. Kein Wunder, dass die Dozenten die Europäer so feiern… Naja damit verabschiede ich mich auch mal wieder und bedanke mich an dieser Stelle schon bei weit über 1000 Aufrufen meines Blogs in der kurzen Zeit! Bis bald J  
Kuta - Australischer Ballermann
Bubba Gump Shrimps - Er hats doch geschafft :)

Vishal, Kim und ich samt der sensationellen Rafting-Schutzkleidung 

Pause 1 - Rafting (Vishal & ich)

Pause 2 - Rafting (Vishal, Sven und ich)

Hallooo Bali :)






Die drei Höllengefährte
Uluwatu Beach I
Uluwatu Beach II
Es gibt ja wirklich nur ein paaaar Surfer in Bali ;)


Montag, 12. November 2012

Der Dozent, die Chinesen und Ich

Heute war es soweit – die erste Prüfung stand an. Und ich muss gestehen, es war eine der nervenaufreibendsten die ich je hatte.

Beim letzten Mal habe ich ja schon erzählt, dass ich eine Präsentation mit zwei Chinesen halten musste, die niemand in der Gruppe haben wollte. Während sich der eine von beiden als Glücksgriff mit passablem Englisch entpuppte (Tony), war jedoch die Verzweiflung um Han unfassbar groß. Ich frage mich immer noch, wie es Han ohne jegliche Englischkenntnisse hierhin geschafft hat. Meine bis dato größte Herausforderung: Wie baut man so jemanden in eine Präsentation ein? Meine ersten Impulsvorschläge – ihm eine Triangel zu geben, die er spielen kann, wenn eine Folie weitergeklickt wird  oder ihn alternativ zum selben Zweck klatschen zu lassen (dann müsste er keine Triangel organisieren), wurden vehement abgelehnt und der Dozent betonte, dass jedes Gruppenmitglied in der Präsentation etwas sagen musste. So weit so gut, dachte ich mir und gab ihm als auch Tony und mir gleich große Inhaltsanteile am Präsentationsthema (Markteintritt von DisneyLand in Hongkong). Generell muss man als Europäer hier das Zepter in die Hand nehmen, weil sonst alles – aus unserer Sicht – so unkoordiniert abläuft. Das Gute daran ist aber auch: Asiaten scheinen sich zu freuen wenn sie jemanden haben, der ihnen sagt was sie zu tun haben und somit werden Anweisungen auch befolgt. Wenige Tage vor der Prüfung erhielt ich dann erwartungsgemäß von Tony passabel ausgearbeitete Folien, die ich nur um paar Punkte ergänzen musste, Han hingegen schickte mir den Text von einer Art chinesischem Wikipedia, den er 1zu1 auf eine Folie kopiert und mit Google Translate übersetzte hatte. Um ehrlich zu sein, selbst damit hatte er schon meine Erwartungen übertroffen und ich hatte mich auch schon damit abgefunden alles selber zu machen. So kam es dann auch, der Tag der Präsentation rückte näher und noch immer stand die Preisfrage im Raum: 

Was macht man mit dem guten Han? 
Letztlich kann ich mir für den daraufhin kommenden Einfall selber auf die Schulter klopfen :D – man lässt ihn das Inhaltsverzeichnis und die Anfangsrede (Hallo Zusammen) auswendig lernen.
Da der Dozent keine Sprachanteile vorgegeben hatte, passte das genau in die Vorgaben und somit habe ich mich am Tag der Präsentation mit Han hingesetzt und mit ihm die Wörter geübt, die er sagen musste. Am Ende war Han stolz wie Oskar, dass er Englisch sprach. Wie das Gesamtergebnis heute war? Ein voller Erfolg! Die Präsentation zu unserem Thema wurde an dem Tag vier Mal gehalten und der Dozent hat eigentlich in der ganzen Bewertungsrunde nur beschrieben, wie genau unsere Gruppe die Vorgaben erfüllt hat. Zudem werden Gruppenarbeiten hier in Singapur mit sogenannten Peer Evaluation Sheets bewertet, auf denen man aufschreiben kann, wer wieviel von der Präsentation gemacht hat und wer einen Bonus auf seine Note bekommt. Hier hab ich mich dann im Einverständnis mit beiden auszahlen lassen. Den beiden Chinesen habe ich aber trotzdem heute den Tag gerettet und beide haben das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Eine klassische Win-Win-Situation, ich werde wohl meine Punktzahl bekommen, während die beiden dadurch gute Chancen haben, das Modul zu bestehen. Gerade für Han wird das in seinem ersten Jahr hier eine Erleichterung sein J

Lustig war aber vor allem die Reaktion aller Chinesen in unserem Tutorium, während alle grinsten als Han am Anfang das Wort ergriff und kurz davor waren uns auszulachen, merkten alle nach und nach wieviel Arbeit wir uns gemacht hatten um ihn durchzubringen und siehe da – alle haben applaudiert als wir durch waren. Das ist ziemlich ungewöhnlich in Asien und hat mich für meine beiden Chinesen gefreut, die wie gesagt, einen echt tollen Tag hatten.

Generell muss ich aber sagen, dass ich mich immer besser mit den Asiaten arrangiere. Der Schlüssel zum guten Miteinander ist letztlich denkbar einfach – man sollte seine Körpersprache ändern. In den letzten Tagen habe ich gemerkt, wie sehr sich das Völkchen freut, wenn man sie anlächelt und ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Es kostet mich zwar immer wieder ein wenig Überwindung nicht in Gedanken zu verfallen wenn ich durch die Uni gehe und alle, die ich kenne zu grüßen wenn sie mir über den Weg laufen, aber das Ganze hat richtig positive Konsequenzen. Selbst meine Dozenten kennen mich schon, freuen sich darüber und sprechen mich persönlich an, wenn sie mich treffen – Jaaaa, ich weiß :D ---aaaaber man kann das ja im Hinblick auf die Examen immer mal gebrauchen ;)

Neben den Eindrücken ging die Woche aber wie üblich vorbei. Sehr viel Unistress, sehr viele abendliche Freizeitaktivitäten und sehr viel asiatische Kochkunst. Ich habe ja schon erwähnt, dass Singapur extrem teuer ist wenns um allgemeine Lebensmittel geht. Das Gute ist aber, dass es überall sogenannte Foodcourts gibt, in denen man für umgerechnet 2-3€ ganze Menüs oder auch Sushi bekommt. Somit geht man eigentlich die ganze Zeit essen und auch mit den Stäbchen mache ich mich so langsam ganz passabel.

Zudem wurde auch der Regenschirm an einem nicht ganz nüchternen Abend modifiziert, sodass ich damit nicht mehr vor die Tür gehen kann – siehe Bild L

Ab Mittwoch geht’s für unsere WG dann erstmal bis Sonntag nach Bali, wo wir andere Austauschstudenten besuchen werden und beim nächsten Eintrag wird es dann auch wieder viele Fotos geben. Versprochen!! J

Der nicht mehr gesellschaftsfähige Schirm
Zwischenzeitlich bei der Vorbereitung der Präsentation...
Das übliche Essen in Singapur - Lecker Black Pepper Beef
Meine übliche Sicht der Dinge - Vorlesungen bei Dr. Lim 
Man muss jetzt auch nicht alles essen...
Kerstin, Vishal und Ich
Vishal, Alina und Ritesh