Dienstag, 23. Oktober 2012

Orientierungswoche in Singapur



Und schon ist die erste Woche hier in Singapur um. Ich kann mich nicht erinnern, wann die Tage das letzte Mal so verflogen sind. Kurzum: super Wohnung, super Leute, super Uni, überragende Stadt – man merkt, es geht mir gut J

Diese Woche stand ganz klar unter dem Motto: Organisationskram, Kennenlernen, Namen merken und nochmals Namen merken. Unserer Uni ist sehr daran gelegen, den Auslandsstudierenden einen guten Start hier zu bereiten. Somit hatten wir unter der Woche mehrere Infoveranstaltungen bei der mir besonders die Präsentation des Drogenbeauftragten von Singapur im Kopf hängen geblieben ist. Diese Veranstaltung, die im Übrigen von jedem Studenten besucht werden muss, dient dazu, deutlich zu machen, mit welchen Konsequenzen man rechnen muss, wenn man in Singapur mit Drogen erwischt wird. Scheinbar schien der gute Herr jedoch sehr darauf Wert gelegt zu haben, möglichst jedes Bild von Drogenopfern und Leichen jeder Art in seinen Vortrag einzubauen. In Singapur wo man schon mehrere Hundert € zahlen muss, wenn man in öffentlichen Verkehrsmitteln isst oder trinkt, sind auch die Strafen für Drogendelikte unfassbar hoch. Sollte man am Flughafen mit irgendetwas erwischt werden, so hat man meist mit direkter Hinrichtung zu rechnen. Die asiatische Güte merkt man jedoch an kleinen Gesten. Kann man zum Beispiel beweisen, dass einem irgendwas untergejubelt wurde und es auf den Videokameras ersichtlich ist, dass jemand einem etwas zugesteckt hat, so wandelt sich die Todesstrafe in lebenslange Haft. Ein warmherziges Volk. J

Neben diesem teilweise wirklich ekligem Vortrag wurde meist fleißig über die jeweilige Abendplanung diskutiert und sehr viele neue Kontakte geknüpft. So war dann auch nicht verwunderlich, dass Mittwoch Abend nahezu alle Auslandsstudenten auf ein [J] Bier zusammen weggingen.

In Singapur gibt es nichts Preiswertes im Abendprogramm – bis auf wenige Ausnahmen. Durch einen Insider Tipp wurden wir auf den Club Lava aufmerksam. Das Kuriose: Von außen sieht der Club aus wie eine ganz normale katholische Kirche(!). Letztlich wurde das Ganze ein wenig umgebaut und führt über einem Durchgang zu besagter Lokalität :). Hier traf man nicht nur auf angemessene Preise sondern auch auf eine vollkommen abgedrehte Live-Band bestehend aus einem Schlagzeuger, einer Sängerin, einem betagten Gitarristen der aussah wie die männliche Version von Yoko Ono und der asiatischen Version von Mr T. Selbstverständlich haben wir es uns nicht nehmen lassen mit dieser doch etwas kurioseren Band ein Foto zu machen (Ergebnis siehe unten). Abgesehen von der bahnbrechenden Optik hattens die Jungs aber echt drauf!

Vom  Lava Club ging es dann weiter ins Avalon. Das Avalon ist einer der bekanntesten Clubs Singapurs, ist mitten in den Singapore River reingebaut und besteht durchweg aus Glas. Es ist schon was besonderes mitten in einer Diskothek zu stehen und zeitgleich einen 360°-Blick auf die Skyline von Singapur zu haben. Guter Abend J

Erwartungsgemäß gestaltete sich der Donnerstag dann etwas ruhiger. Wir hatten keine Vorlesungen und konnten lange ausschlafen. Ziemlich ungewohnt – denn generell bin ich hier eigentlich immer früh auf den Beinen. Das liegt daran, dass ich scheinbar das Zimmer erwischt habe, das über einer indischen Küche liegt (Irgendwie verfolgt mich Indien…). Obwohl ich das Fenster geschlossen habe, bringt die Klimaanlage konsequent diesen Duft von indischem Essen in den Raum. Und damit meine ich keinen angenehmen Geruch, sondern stetig entstehende Curry-Schwaden! Gut, dass Alina sich ein Raumspray zugelegt hab, das ich mir ab und zu borgen kann um den indischen Mock zu bekämpfen. Hier muss ich mir echt noch ne Dauerlösung zulegen.

Wo wir aber gerade bei dem Thema Klimaanlagen sind: Irgendwie scheint es hier ein Zeichen von Wohlstand zu sein, Räume bis aufs Minimum runter zu kühlen. In jedem Bus, jeder Straßenbahn und jedem Vorlesungssaal ist es arschkalt. Es ist schon lustig, wenn ich das jetzt so lese, aber tatsächlich habe ich mir angewöhnt mit langer Hose und eingepacktem Kapuzen-Pulli in die Uni zu gehen, obwohl es draußen um die 30°C sind. Schon in der ersten Woche hier hab ich mich gut erkältet - das wird mir hoffentlich nicht nochmal passieren.
Club (!) Lava
Die Band, Felix und Ich :D
Blick aus dem Avalon I
Avalon
Teile der WG-Truppe :)
Dieser André auf unserem Balkon ;)
Deepavali in Little India
Skyline Singapur & Blick aufs Avalon
Die netten Kamerabäume aus Singapur

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